Kolosseum

Das Kolosseum  

Das Amphitheatrum Flavium gehört mit Sicherheit zu den beeindruckendsten Bauwerken der Antike. Es wurde innerhalb weniger Jahre im Auftrag Kaiser Vespasians im Tal zwischen Palatin, Esquilin und Caelius errichtet. Dazu ließ er den großen künstlichen See, der einen Teil der gigantischen, von Nero nach dem Brand von Rom im Jahr 64 n. Chr. errichteten Domus Aurea bildete, trockenlegen und an der Stelle eine steinerne Arena erbauen, die alle bisherigen Bauten dieser Art übertreffen sollte. Bis zum 5. Jahrhundert diente dieses größte je gebaute Amphitheater der Welt dann als Austragungsort höchst grausamer und brutaler Veranstaltungen, die zur Unterhaltung und Belustigung der Bevölkerung bei kostenlosem Eintritt ausgerichtet wurden. 

Vorgängerbauten

Wie wir von Livius und Tacitus wissen, war der Bau dauerhafter Bauwerke für Schauspiele in Rom nicht gestattet. Zu sehr fürchtete man, dass von den Aufführungen Unruhen ausgehen könnten. Zwar wurden hin und wieder solche Veranstaltungen durchgeführt, aber die dafür errichteten Bauwerke bestanden aus Holz und wurden nach der Vorstellung wieder abgebaut. Erst Pompeius gelang es im Jahr 61 v. Chr. einen dauerhaft aus Stein errichteten Theaterbau in Auftrag zu geben. Um die zu erwartenden Konflikte mit dem Senat, der bis dahin solche Bauten zu verhindern gewusst hatte, zu verhindern, bediente er sich eines Tricks. Er ließ einen Tempel am oberen Rand der Zuschauertribüne errichten und konnte so erreichen, dass der gesamte Gebäudekomplex eine Widmung zu einem Tempel erhielt. (In der an dieses Pompeianische Theater anschließenden Säulenhalle wurde übrigens Gaius Iulius Caesar im Jahr 44 v. Chr. ermordet.) Einige Jahre später wurden dann weitere steinerne Theater fertiggestellt. Besonders beachtenswert ist in dem Zusammenhang das von Augustus errichtete Marcellustheater. Der 13 v. Chr. vollendete Bau, der bis zu 15.000 Zuschauern Platz bot, lieferte nämlich das Vorbild für die Konstruktion des später entstandenen Kolosseums.

 

Das erste in Stein ausgeführte Amphitheater in Rom ließ der Feldherr Titus Statilius Taurus auf eigene Kosten auf dem Marsfeld errichten. Nachdem der Bau bei dem Brand im Jahr 64 n. Chr. zerstört wurde, ersetzte ihn Nero durch eine Holzkonstruktion (Amphitheatrum Neronis). Zwar verfügte diese Anlage bereits über Sonnenschutzsegeln, aber die ausgefeilten Anlagen und Vorrichtungen, nach denen die Gladiatorenkämpfe (munera gladiatora) und Tierhetzen (venationes) verlangten, gab es noch nicht. Was es vor dem Bau des Kolosseums aber schon gab, waren nachgestellte Seeschlachten (naumachien). So wollte z.B. Caesar, der zu diesem Zweck eigens einen künstlichen See auf dem Marsfeld anlegen ließ, durch die Abhaltung eines so aufwändigen Spektakels das Volk unterhalten. Bei dieser Naumachie, bei der ein Gefecht zwischen phönizischen und ägyptischen Schiffen dargestellt wurde, sollen angeblich tausende Ruderer und Decksoldaten teilgenommen haben. Die größte uns bekannte Seeschlacht fand im Jahr 52 n. Chr. auf dem Fuciner See statt. Dabei bekämpften sich je 9500 Sklaven auf je 50 Schiffen.

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Theater von Pompeius: © Wikimedia Commons, Marcellus-Theater: © Wikimedia Commons, Seeschlacht: © Wikimedia Commons

Das Amphitheatrum Flavium

Titus Flavius Vespasianus (9 - 79 n. Chr.), der die Auseinandersetzungen um das Kaiseramt im Vierkaiserjahr 69 n. Chr. für sich entscheiden konnte, begann schon wenige Jahre nach seinem Amtsantritt mit dem Bau eines steinernen Amphitheaters, das alle bisherigen Vorgängerbauten bei weitem übertreffen sollte. Die Wahl des dafür notwendigen Bauplatzes überließ der Kaiser, dem wir übrigens das Bonmot „Geld stinkt nicht“ verdanken, aber nicht dem Zufall. Der gewiefte Stratege platzierte das für die Öffentlichkeit bestimmte Gebäude in das Zentrum der ehemaligen Privatgärten seines Vorgängers Nero. Zudem machte er auch die in Neros gigantischem Palast (Domus Aurea) eingeschlossenen Teile der Stadt für die Römer wieder zugänglich, baute den von Nero zerstörten Tempel des Claudius (3) wieder auf, stellte Statuen aus Neros Villa im Friedenstempel (Templum Pacis) auf dem Friedensforum auf und ließ die Titus-Thermen an der Stelle errichten, wo sich wohl die Privatthermen (2) des umstrittenen Künstlers auf dem Kaiserthron befunden hatten. Anscheinend hing das Volk doch mehr an Nero als ihm lieb sein konnte. Zweifellos kann man das als Hinweis darauf werten, dass der von der senatorischen Geschichtsschreibung und von christlichen Autoren nicht gerade fair behandelte Nero von seinen Zeitgenossen anders gesehen wurde als uns dies die Lehrbücher weismachen wollen.

Domus Aurea: Nach dem Brand im Jahr 64 n. Chr. nahm Kaiser Nero ein riesiges Areal zwischen Caelius und Oppius für sich in Beschlag und verband dieses mit den am Stadtrand gelegenen Gärten des Maecenas. Dort errichtete der kunstsinnige Kaiser das „Goldene Haus“ (1) mit einer Flucht von Räumen und Höfen, die sich um einen Kuppelbau, dessen Grundriss ein Oktogon beschreibt, gruppierten. Bei einem Teil des Komplexes handelte es sich wohl um seine private Badeanlage (2), die später Vespasian zu den Titus-Thermen umbauen ließ. In die ausgedehnten Gartenanlagen waren auch Teile des unvollendeten Tempels des Claudius (3) integriert. Nero verwandelte diese Anlage in ein monumentales Nymphäum, um den Blick von seinem Palast auf den Oppius-Hügel zu verschönern. Außerdem ließ er die kaiserlichen Bauten auf dem Palatin (4) neu gestalten. Die Nahtstelle zwischen den kaiserlichen Palastanlagen auf dem Palatin und dem „Goldenen Haus“ bildete ein Vestibulum (5), in dem der legendäre Koloss des Nero (6) , eine etwa 35 m hohe Bronzestatue mit den Gesichtszügen des Kaisers, aufgestellt war. Daran anschließend befand sich der besagte künstlich angelegte See (7). Bild: © Wikimedia Commons

Kolosseum Entwässerungssystem

Das Amphitheater wurde also aus den eben erwähnten propagandistischen Gründen an der Stelle errichtet, an dem sich Neros künstlicher See befand. Das brachte den Vorteil mit sich, dass man sich bei der Fundamentierung auf das Nötigste beschränken konnte. Zuvor musste aber natürlich der See trockengelegt und der sumpfige Baugrund entwässert werden. (Noch heute sind die Reste des komplexen Entwässerungssystems zu sehen, in dem nicht nur Wasser, sondern alles, was nach einem Kampf übrig geblieben war, in den Tiber geführt wurde.) Dann wurde ein aus Travertinpfeilern bestehendes Geschoß unter der Erde errichtet, das auf einem meterdicken Betonfundament ruht. Ursprünglich war der Raum unterhalb des Arenabodens nicht bebaut. Daher konnte anfangs die Arena auch geflutet und dort Naumachien veranstaltet werden. Später ist von derartigen Seeschlachten keine Rede mehr. Unter Domitian wurden nämlich gemauerte Untergeschosse unter der Arena mit einer ausgefeilten Bühnentechnik angelegt. 

  • Kolosseum Arena

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  • Kolosseum Arena

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  • Kolosseum Untergeschoss

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  • Kolosseum Untergeschoss

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  • Kolosseum Untergeschoss

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Heute ist der damals mit Holzbohlen abgedeckte Boden der Arena zum Teil offen, sodass man die komplizierte Unterkonstruktion erahnen kann. Diejenigen Besucher, die eine sog. Underground-Tour gebucht haben, können sogar in diesem beeindruckenden System aus Räumen, Gängen, Kerkern und Käfigen herumgehen. Teilweise sind auch nachgebaute Vorrichtungen für die Bühnentechnik an den originalen Standorten zu sehen.

Noch zu Lebzeiten Vespasians wurde das Amphitheatrum Flavium, dessen Bezeichnung sich von den Kaisern der flavischen Dynastie herleitet, eingeweiht, obwohl zu dem Zeitpunkt die Arbeiten erst bis zum dritten Rang gediehen waren. Sein Sohn Titus brachte die Bauarbeiten zum Abschluss und veranstaltete ein zweites, noch prunkvolleres Einweihungsfest, das 100 Tage dauerte und 5000 Tieren das Leben gekostet haben soll. Schließlich war es dann Domitian, der letzte Kaiser aus dem Haus der Flavier, der das Gebäude in allen Einzelheiten vollenden sollte. Das riesige, ellipsenförmige Bauwerk (Höhe: ca. 50 m, Breite: 156 m, Länge: 188 m, Umfang: 527 m) ist das größte je gebaute Amphitheater der Welt. Archäologen schätzen, dass allein für den Rohbau, der übrigens in erstaunlich kurzer Zeit errichtet werden konnte, rund 100.000 Kubikmeter Travertin und 300 Tonnen Eisen verbaut wurden. Die drei unteren Stockwerke bestanden aus je 80 von Halbsäulen gerahmten Arkaden. Die Halbsäulen folgten im Untergeschoss der dorischen, in der Mitte der ionischen und im dritten Geschoss der korinthischen Ordnung. Das angeblich auf Wunsch von Kaiser Titus hinzugefügte oberste Geschoss bestand auch aus 80, jedoch von Pilastern getrennten Wandfeldern. 

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  • Rom Kolosseum

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Rom Kolosseum Außenansicht

Am Außenrand des obersten Geschosses befanden sich Vorrichtungen zur Aufnahme von Holzmasten, an denen bei Bedarf besonders erfahrene Matrosen der kaiserlichen Flotte die riesige ringförmige Segeltuch-Plane (velarium) aufzogen, um so die Zuschauer auf den Rängen vor der Sonne zu schützen. 

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Jeder Zuschauer besaß eine Eintrittsmarke, auf der eine Nummer und Angaben zu den entsprechenden Ein- und Aufgängen angegeben war. Über den als Bögen gestalteten Eingängen im Erdgeschoss befand sich eine Nummer, an der man sich orientieren konnte. Mit Hilfe eines ausgeklügeltes Systems von Treppen und Korridoren war es dann sehr einfach, zu seinem Platz zu gelangen, der einem aufgrund der Zugehörigkeit zu einer genau definierten Schicht innerhalb der römischen Gesellschaft zustand. Vier dieser Eingänge waren für die Oberschicht reserviert. Nach heutigen Berechnungen konnten die gesamte Anlage, in der bis zu 50 000 Zuschauer Platz fanden, dank des ausgefeilten Systems binnen kürzester Zeit evakuiert werden. 

Auch der Platz vor dem großen Amphitheater wurde im Zuge der Neugestaltung des Areals, das seinerzeit zu den weitläufigen Anlagen der Domus Aurea gehörte, neu gestaltet. An der Stelle, an der die Grenzen einiger Stadtbezirke zusammentrafen und die auch den Ausgangspunkt der Via Sacra bildete, wurde ein monumentaler Brunnen (Meta Sudans), der die Form eines riesigen Kegels hatte, errichtet. Die Spitze des 17 m hohen Kegels, der in einem großen, runden Wasserbecken stand,  war mit einem Wasserspeier bekrönt. Von dort lief Wasser in das Becken. So entstand der Eindruck, dass die Meta schwitzt. Daher der Ausdruck meta sudans = schwitzender Kegel.

Rom Meta Sudans

Meta Sudans: Die Brunnenanlage blieb zumindest teilweise bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts erhalten. Unter Mussolini wurden diese, zusammen mit den Resten der Basis, auf dem der Koloss des Nero stand, endgültig beseitigt. In den 1990er Jahren wurden die Fundamente, die sich vor dem Konstantinsbogen befinden, freigelegt.

Kaiser Hadrian ließ die riesige Bronzestatue, die im Auftrag Neros angefertigt und in der Eingangshalle seiner Domus Aurea aufgestellt war, von seinem ursprünglichen Standort auf den Platz vor dem Amphitheater versetzen. Angeblich kamen dabei 24 Elefanten zum Einsatz. Die als „Koloss des Nero“ bekannte Monumentalstatue, die mittlerweile zu einem Standbild des Sonnengottes umgewandelt worden war, stand vor dem Amphitheater noch eine geraume Zeit. Wann sie endgültig zerstört wurde, ist unbekannt. Der Ort, an dem sich einst die Basis dieses Kolosses befand, ist heute im Pflaster vor dem Kolosseum durch eine quadratische Rasenfläche markiert. Besonders erwähnenswert ist in dem Zusammenhang, dass diese kolossale Statue mit hoher Wahrscheinlichkeit dafür verantwortlich ist, dass wir heute das Amphitheatrum Flavium unter dem Namen Kolosseum kennen. Man geht nämlich davon aus, dass die gewaltige Statue für die heute gebräuchliche Bezeichnung des Amphitheaters Pate stand. 

YouTube Video: "HISTORY IN 3D" - ANCIENT ROME 320 AD - 3rd trailer "Walking around Colosseum"

Bis zum 5. Jahrhundert war das Kolosseum Veranstaltungsort grausamer Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen (venationes). Aber bereits unter Kaiser Honorius (395 - 423) wurden die Gladiatorenkämpfe abgeschafft, nur die Venationes blieben noch erlaubt. Ab dem 5. Jahrhundert war dann der Niedergang Roms nicht mehr aufzuhalten. Die Zahl der in der ewigen Stadt wohnenden Menschen nahm drastisch ab und so lohnte  sich auch die Instandhaltung des riesigen Vergnügungstempels nicht mehr. Die letzte Darbietung, von der wir wissen, fand zur Zeit Theoderichs statt. Nachdem es für seinen ursprünglichen Zweck nicht mehr zur Verfügung stand, verkam dann das einstige Prunkstück kaiserlicher Machtentfaltung immer mehr zur Ruine. Viele verbliebene Bewohner Roms richteten sich in den Arkaden und Gängen des Kolosseums häuslich ein. Dazu kamen noch Erdbeben  und vor allem die Bauwut der Päpste und der herrschenden Familien Roms, die das Kolosseum als Steinbruch nutzten. Das Zerstörungswerk wurde erst beendet als Papst Benedikt XIV. im 18. Jh. den geschichtsträchtigen Ort zu einer Märtyrer-Stätte erklärte und den Erhalt des Kolosseums anordnete. Obwohl natürlich über die tatsächliche Anzahl der dort getöteten Christen keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen, verdanken wir dennoch diesem Umstand, dass dadurch einer völligen Zerstörung des Kolosseums Einhalt geboten wurde. 

Der Ludus Magnus

In unmittelbarer Nähe des Kolosseums befanden sich eine Reihe von Gebäuden und Einrichtungen, die für den reibungslosen Ablauf des Spielbetriebes nicht wegzudenken waren. Dazu gehörten das Spoliarium (wohin man die Leichen der getöteten Gladiatoren bzw. auch der Tiere brachte), das Sanarium (eine Art Lazarett für verwundete Kämpfer), eine Rüstkammer zur Unterbringung der Waffen, die Castra Misenatium, wo die für das Velarium (Sonnensegel) verantwortlichen Seeleute untergebracht waren, das Summum Choragium, in dem die für die Durchführung der Spiele benötigten Maschinen und Utensilien aufbewahrt wurden, und schließlich die mit dem Kolosseum verbundenen Gladiatorenschulen, die unter der Leitung kaiserlicher Beamter standen. Dazu gehörten die im Auftrag von Domitian errichteten Kasernen des Ludus Dacicus, Ludus Gallicus, Ludus Matutinus, wo die bestiarii (Kämpfer gegen Tiere) ausgebildet wurden, und schließlich des Ludus Magnus, von dem im Zuge einer Grabungskampagne in der ersten Hälfte des 20. Jhs. einige Reste zu Tage gefördert werden konnten. 

Der Ludus Magnus, die größte der vier von Domitian errichteten Gladiatorenschulen, war ein rechteckiges, vermutlich dreistöckiges Gebäude mit einem von Portiken eingefassten Innenhof, in dem ein kleines Amphitheater eingebaut war. Die 63 x 42 m große Arena, die offensichtlich als Übungsplatz für die Gladiatoren genutzt wurde, war umgeben von Sitzreihen für Zuschauer. Insgesamt konnten hier bis zu 3000 Personen, die über kleine Treppen ihre Plätze erreichen konnten, den Gladiatoren beim Training zusehen. Zu der Ehrentribüne gelangte man wahrscheinlich von der oberen Portikus aus. Die Zellen für die Gladiatoren befanden sich rund um den Innenhof. Sie hatten eine Grundfläche von 5 x 4 m und boten jeweils Platz für 2 Personen. Aus dem Ludus Magnus führte ein Gang in die unterirdischen Räume des Kolosseums und damit direkt in die Arena. Im 5. Jh. endete die Geschichte der Gladiatorenkämpfe und somit auch die der Gladiatorenschule. Die Anlage verfiel und diente, wie auch das Kolosseum, als Lieferant für Baumaterial. Bild: © Wikimedia Commons

Die Ruinen des Ludus Magnus befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Kolosseum. Bei der 1937 entdeckten Anlage handelt es sich um einen Teil der nördlichen Hälfte der von Domitian erbauten Gladiatorenkaserne. Zu sehen sind Überbleibsel der Zuschauerränge, ein Teil der Ellipse, Reste der Zellen der Gladiatoren und die Rekonstruktion eines der dreieckigen Brunnen, die in den vier Ecken des Hofes standen. Die übrigen Teile liegen unter den umliegenden Häusern. Bild: © Wikimedia Commons

BILDNACHWEIS

  • Titelbild: Trimlack © Pixabay
  • Theater von Pompeius: Künstlerische Darstellung des Theaters von Pompeius. Bild: © Wikimedia Commons
  • Marcellus-Theater: Bild: © Wikimedia Commons
  • Seeschlacht: Gemälde des spanischen Historienmalers Ulpiano Checa, erstmals gezeigt im Jahr 1894. Bild: © Wikimedia Commons
  • Domus Aurea: mappa neutra per creare template. Bild: © Wikimedia Commons
  • Kolosseum: File: Architecture, classic and early Christian (1888). Bild: © Wikimedia Commons
  • Meta Sudans: Das Kolosseum um 1858 mit der Meta sudans im Vordergrund, die dort bis 1936 stand. Bild: © Wikimedia Commons
  • Ludus Magnus Modell: Bild: © Wikimedia Commons
  • Ludus magnus: barracks for gladiators built by Emperor Domitian (81–96 CE). Bild: © Wikimedia Commons

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BUCHEMPFEHLUNGEN
  • Filippo Coarelli: Rom: Der archäologische Führer. WBG (2019)
  • Ingemar König: Caput Mundi: Rom - Weltstadt der Antike. WBG (2009)
  • Peter Connolly und Hazel Dodge: The Ancient City: Life in Classical Athens & Rome. Oxford University Press (1998)
  • Mary Beard u.a.: Das Kolosseum. Reclam (2010)
  • Erik Wegerhoff: Das Kolosseum - bewundert, bewohnt, ramponiert. Wagenbach (2012)
  • Anton Henze: Kunstführer Rom. Reclam (1994)
  • Klaus Stefan Freyberger und Christian Zitzl: Im Labyrinth des Kolosseums. Das größte Amphitheater der Welt auf dem Prüfstand. Nünnerich-Asmus (2016)
  • Peter Conolly und Ursula Blank-Sangmeister: Colosseum: Arena der Gladiatoren. Reclam (2005)
  • Hubbard Ben: Das große Buch der Gladiatoren: Alles über die legendären Kämpfer der römischen Antike. Wieland (2020)
  • Christian Mann: Die Gladiatoren. C. H. Beck (2013)
  • Heinz-Joachim Fischer: Rom. Zweieinhalb Jahrtausende Geschichte, Kunst und Kultur der Ewigen Stadt. DuMont (2001)
  • Karl-Joachim Hölkeskamp und Elke Stein-Hölkeskamp (Hrsg.): Erinnerungsorte der Antike. Die römische Welt. Beck (2006)
  • Giuseppe Lugli: Das Flavische Amphitheater. Bardi (1971)
  • Fik Meijer: Gladiatoren. Das Spiel auf Leben und Tod. Artemis & Winkler (2004)
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