Area Sacra am

Largo di Torre Argentina

Bei Ausgrabungen im 20. Jahrhundert wurden am Largo di Torre Argentina die Überreste von vier republikanischen Tempeln freigelegt, die zwischen dem 4. und 2. Jahrhundert v. Chr. auf dem antiken Marsfeld außerhalb der Servianischen Stadtmauern entstanden sind. Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde dieser Bereich durch den Theater- und Portikuskomplex des Pompeius architektonisch neu gefasst und in das städtebauliche Gefüge des Campus Martius eingebunden. Hinter den Tempeln B und C sind noch heute die Fundamente der sogenannten Curia des Pompeius sichtbar, eines Senatssaals, in dem Julius Caesar am 15. März 44 v. Chr. ermordet wurde.

Die Area Sacra am Largo Argentina verdankt ihren Namen nicht den antiken Tempeln, sondern dem Torre Argentina, einem Turm am Wohnhaus des päpstlichen Zeremonienmeisters Giovanni Burcardo (1450–1506) in der Via del Sudario. Burcardo, der unter mehreren Päpsten und insbesondere unter Papst Alexander VI. amtierte, stammte aus Argentoratum, dem lateinischen Namen des heutigen Straßburgs. Der Name „Argentina“ geht auf seine Herkunft zurück und wurde zunächst mit dem Turm beziehungsweise seinem Wohnhaus verbunden. Im Laufe der Zeit übertrug sich die Bezeichnung auf das umliegende Viertel und schließlich auf den archäologischen Fundplatz am Largo Argentina.

Area Sacra am Largo di Torre Argentina

Die Entstehung der heutigen Ausgrabungsstätte

Die heutige Ausgrabungsstätte wurde seit dem Sommer 1926 im Zuge einer groß angelegten Stadterneuerung freigelegt. Das damals dicht bebaute Viertel zwischen Via del Teatro Argentina, Via Florida, Via San Nicola de’ Cesarini und Corso Vittorio Emanuele II sollte zugunsten eines neuen Gebäudekomplexes abgetragen werden. Zwar waren bereits einzelne antike Reste bekannt und auf Plänen verzeichnet, doch erst die Abbrucharbeiten brachten das Ausmaß des Befunds ans Licht. Zum Vorschein kam einer der bedeutendsten republikanischen Heiligtumskomplexe Roms mit vier Tempeln, die mangels sicherer Zuweisung bis heute konventionell mit den Buchstaben A bis D bezeichnet werden. Die unerwarteten Entdeckungen führten zunächst zum Baustopp und zu weiteren Untersuchungen. Auf Initiative von Giuseppe Marchetti Longhi und mit Unterstützung Benito Mussolinis wurde das Areal schließlich erhalten und am 21. April 1929 eingeweiht; dadurch entstand die bis heute charakteristische offene Ausgrabungsfläche der Area Sacra am Largo Argentina.

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Das unterschiedliche Höhenniveau der Tempel innerhalb der Area Sacra geht auf die langfristige Entwicklung des Campus Martius sowie auf wiederholte bauliche Eingriffe zurück. Da das Gebiet in der Überschwemmungsebene des Tibers lag, führten Hochwasser und Sedimentation zu einer allmählichen Erhöhung des Geländeniveaus. Zusätzlich kamen wiederholte Neupflasterungen, Aufschüttungen und die Nutzung von Bauschutt bei späteren Bauphasen hinzu. Ältere Tempel lagen dadurch zunehmend tiefer als jüngere Bauten und wurden teilweise an das jeweils höhere Straßenniveau angepasst. Das heutige Niveau ist somit das Ergebnis natürlicher Ablagerungen und kontinuierlicher urbaner Überbauung. Die Ruinen liegen deshalb mehrere Meter unter dem heutigen Niveau des Largo di Torre Argentina.

Die Tempel im städtebaulichen Kontext des Marsfeldes

Die Tempel der Area Sacra entstanden nicht als Teil eines einheitlichen Bauprojekts, sondern über mehrere Jahrhunderte hinweg im südlichen Bereich des Campus Martius (Marsfeld). Dieses weitläufige Gelände erstreckte sich außerhalb der Servianischen Stadtmauer und des Pomeriums – der sakralen Grenze Roms – zwischen dem Tiber sowie den Hängen von Kapitol und Quirinal. Ursprünglich diente das Areal als öffentlicher Raum für militärische Übungen und Versammlungen. Seinen Namen erhielt es von einem dort gelegenen Heiligtum des Kriegsgottes Mars.


Seit dem 4. und vor allem dem 3. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich das Marsfeld zunehmend zu einem bedeutenden politischen, religiösen und repräsentativen Zentrum der römischen Republik. Neben Versammlungs- und Wahlanlagen entstanden zahlreiche Sakralbauten, die von führenden Angehörigen der senatorischen Aristokratie als Ausdruck ihres militärischen und politischen Erfolgs gestiftet wurden. Zu diesen Monumenten gehörten auch die vier Tempel der heutigen Area Sacra (am Largo di Torre Argentina), die in mehreren Bauphasen vom späten 4./frühen 3. bis ins frühe 1. Jahrhundert v. Chr. errichtet wurden.



Als die ältesten Bauten entstanden, war das Marsfeld noch weitgehend unbebaut. Zwischen den Kultstätten lagen zunächst offene Flächen, doch mit jeder neuen Fundierung verdichtete sich das Areal. Die einzelnen Monumente wurden nicht zufällig errichtet: Sie orientierten sich an bestehenden Strukturen, Verkehrswegen und den topographischen Gegebenheiten. So entwickelte sich allmählich eine zusammenhängende Tempellandschaft mit einer klar erkennbaren räumlichen Ordnung.

Sovraintendencaroma.it. Bild: Infotafel mit Rekonstruktionszeichnung. Eigenes Foto während der Besichtigung.

Einen entscheidenden Wandel erfuhr das Gebiet in den 50er Jahren v. Chr., als Pompeius Magnus den ersten steinernen Theaterbau Roms mit seinen weitläufigen Portiken errichten ließ. Die vier Tempel bestanden zu diesem Zeitpunkt bereits und waren kein Bestandteil seines ursprünglichen Entwurfs. Pompeius integrierte die vorhandenen Sakralbauten jedoch geschickt in seinen monumentalen Gebäudekomplex. Dadurch schuf er einen neuen städtebaulichen Rahmen, der die ältere Tempellandschaft als Teil eines einheitlich wirkenden Ensembles erscheinen ließ. Diese Einbindung prägte das Erscheinungsbild der Area Sacra bis in die Kaiserzeit und bildet die Basis für die heute sichtbare Anordnung der Ruinen.

Rekonstruktionszeichnung des südlichen Campus Martius mit den vier Tempeln der heutigen Area Sacra am Largo di Torre Argentina (1: Tempel A–D), der Portikus Minucia (2), das Theater und die Krypta des Balbus (3), der Tempel der Bellona (4), der Apollontempel (5), der Portikus der Oktavia (6), der Portikus des Philippus (7), der Circus Flaminius (8),  der Portikus des Pompeius (9), das Theater des Pompeius und der Venustempel (10), das Odeon des Domitian (11), der Portikus des Bonus Eventus  (12), die Agrippathermen (13), das Diribitorium (14), das Hecatostylon (15) sowie die Curia des Pompeius (16).
Die
vier Tempel der Area Sacra (A–D) befanden sich zwischen dem Theater des Pompeius im Westen, dem Portikus Minucia und dem Theater des Balbus im Osten sowie dem Circus Flaminius mit den angrenzenden Tempeln des Apollo und der Bellona im Süden. Die Rekonstruktion verdeutlicht ihre zentrale Lage innerhalb der monumentalen Bebauung des südlichen Campus Martius und ihre enge Einbindung in das religiöse, politische und repräsentative Zentrum des republikanischen Rom. (Sovraintendencaroma.it. Bild: Infotafel mit Rekonstruktionszeichnung. Eigenes Foto während der Besichtigung.)

Heutiger Zustand und Erschließung

Area Sacra am Largo Argentina

Die Area Sacra liegt heute unter dem Straßenniveau, da sich das Bodenniveau des antiken Campus Martius infolge jahrhundertelanger Sedimentation sowie wiederholter Aufschüttungen allmählich erhöhte. Von den umliegenden Gehwegen aus kann die Anlage kostenfrei eingesehen werden. Der Zugang zur Ausgrabungsstätte erfolgt über eine Treppenanlage; ein Rundweg führt die Besucher unmittelbar an drei der vier Tempel sowie den zugehörigen Informationstafeln vorbei. Der vierte Tempel befindet sich teilweise unter der heutigen Straßenführung. Von ihm sind im Wesentlichen das große, ursprünglich mit Travertinplatten verkleidete Betonpodium sowie die Freitreppe erhalten und sichtbar.

Der Tempel A

Tempel A ist der nördlichste Tempel der Area Sacra di Largo Argentina und gehört zu den früheren Heiligtümern der Anlage. Er entstand in der Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. und wird meist – wenn auch nicht zweifelsfrei – mit dem Tempel der Iuturna identifiziert, den Gaius Lutatius Catulus nach seinem Sieg über Karthago im Jahr 241 v. Chr. stiften ließ. Die ursprüngliche Anlage erhob sich auf einem hohen Tuffpodium und besaß eine viersäulige Front, die über eine Freitreppe erschlossen wurde. Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde der Tempel erheblich umgebaut und erweitert: Er erhielt eine sechssäulige Front sowie neun Säulen an den Längsseiten. Nach dem Brand von 80 n. Chr. sowie in severischer Zeit erfolgten weitere Restaurierungen. (Sovraintendencaroma.it. Bild: Infotafel mit Rekonstruktionszeichnung. Eigenes Foto während der Besichtigung.)

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Ab dem 6. Jahrhundert wurde die Cella vermutlich als Oratorium des Boethianischen Klosters genutzt, dessen Bezeichnung möglicherweise auf eine – nicht gesicherte – Verbindung zur Tradition um Boethius zurückgeht. Spätestens im 9. Jahrhundert ist an dieser Stelle eine Kirche belegt. Aus ihr entwickelte sich die 1132 geweihte Kirche San Nicola de' Calcarario, später San Nicola de' Cesarini. Die heute noch sichtbaren Apsiden und weitere mittelalterliche Baureste zeugen von dieser Umnutzung des antiken Tempels. Die Kirche wurde schließlich 1927 im Zuge der Freilegung der Area Sacra di Largo Argentina abgebrochen.

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Symbiose aus Antike und Mittelalter: Blick auf die Überreste von Tempel A in der Area Sacra. Deutlich erkennbar ist die bauliche Verzahnung zweier Epochen: Während die Säulenreihen und das Tuffpodium aus der römischen Republik stammen, zeugen die Backsteinbauten mit den ziegelgedeckten Schutzdächern im Inneren von der jahrhundertelangen Umnutzung als christliches Gotteshaus. Sichtbar sind die Hauptapsis von 1132 und eine Nebenapsis des 14. Jahrhunderts. Sie blieben beim radikalen Abriss der barockisierten Kirche im Jahr 1927 bewusst als historisches Zeugnis stehen.

Der Tempel B

Der sogenannte Tempel B ist der jüngste der vier Tempel auf dem Largo di Torre Argentina und liegt etwa 1,4 Meter höher als die übrigen Heiligtümer. Es handelt sich um einen Rundtempel, der vermutlich im Zuge des Wiederaufbaus nach einem Brand – möglicherweise dem von 111 v. Chr. – errichtet wurde. Die meisten Forschenden identifizieren ihn mit dem Tempel der Fortuna huiusce diei („Fortuna des heutigen Tages“), den der Konsul Quintus Lutatius Catulus nach seinem Sieg über die Kimbern in der Schlacht von Vercellae im Jahr 101 v. Chr. weihen ließ.

Ursprünglich besaß der Tempel eine zentrale Cella, die von 18 Tuffsäulen umgeben war. Zu Beginn des 1. Jahrhunderts v. Chr. wurde der Bau zu einem pseudoperipteralen Tempel umgestaltet. Nach dem Brand von 80 n. Chr. erfolgte eine umfassende Restaurierung: Die Zwischenräume der Säulen wurden mit Ziegelmauerwerk geschlossen und durch Stuckpilaster gegliedert. Zudem erneuerte man Treppe und Boden in Travertin und errichtete einen Ziegelaltar, der ursprünglich mit Marmorplatten verkleidet war. Die auf diese Weise in die Mauer eingebundenen Säulen verleihen dem Rundtempel bis heute sein charakteristisches Erscheinungsbild. (Sovraintendencaroma.it. Bild: Infotafel mit Rekonstruktionszeichnung. Eigenes Foto während der Besichtigung.)

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Die Zuweisung an die Göttin Fortuna wird durch den Fund einer monumentalen Akrolithstatue gestützt. Von dieser kolossalen Kultstatue, deren sichtbare Körperteile aus Marmor bestanden, während der übrige Körper aus Bronze oder anderen Materialien gefertigt war, sind der Kopf, ein Arm und ein Fuß erhalten geblieben. Diese bedeutenden Fragmente werden heute im Museo Centrale Montemartini in Rom aufbewahrt.

Tempel B am Largo Argentina

An den erhaltenen Tuffsäulen lässt sich die Baugeschichte des Tempels besonders gut ablesen. Die später eingefügten Ziegelmauern markieren die kaiserzeitliche Umgestaltung und machen die verschiedenen Bauphasen des Heiligtums unmittelbar sichtbar.

Der Tempel C

Tempel C ist der älteste der vier Tempel des Largo di Torre Argentina und entstand gegen Ende des 4. oder zu Beginn des 3. Jahrhunderts v. Chr. Er liegt heute am tiefsten im Ausgrabungsgelände und ist der dritte Tempel von rechts. Vom ursprünglichen Bau sind vor allem der rechteckige Grundriss, Teile des Podiums, einige Säulenbasen sowie die monumentale Eingangstreppe erhalten.

Tempel C am Largo Argentina

Wahrscheinlich war der Tempel der sabinischen Göttin Feronia geweiht, deren Kult nach der Eroberung der Sabiner durch den Konsul Manius Curius Dentatus im Jahr 290 v. Chr. nach Rom gelangte. Der ursprüngliche Bau war ein peripteros sine postico, besaß also an der Front vier und an den Längsseiten jeweils fünf Säulen, während die Rückseite ohne Säulen blieb. Er stand auf einem hohen Tuffsteinpodium in opus quadratum, das über eine Treppe mit zwanzig Stufen erreichbar war. Im Laufe der Zeit wurde der Tempel mehrfach umgestaltet. Vor dem Gebäude entstand zunächst eine erhöhte Plattform mit einem Altar aus Peperinstein. Dieser trug eine Weihinschrift des Aulus Postumius Albinus, vermutlich des Konsuls von 151 v. Chr., der den Altar nach einer Pestepidemie im Jahr 142 v. Chr. weihen ließ. Gegen Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. wurde dieser Altar im Zuge einer Neugestaltung des Vorplatzes entfernt und durch einen neuen ersetzt, von dem heute nur noch der Betonkern erhalten ist. Nach dem Brand des Jahres 80 n. Chr. ließ Kaiser Domitian den Tempel restaurieren. Die Cella erhielt eine Ziegelverkleidung und einen Mosaikboden, deren Reste noch heute sichtbar sind. Gleichzeitig wurden die Säulenbasen erneuert, ein dritter Altar errichtet und das gesamte Areal mit einem Travertinboden versehen. Trotz dieser Umbauten blieben die ursprünglichen Proportionen des Tempels weitgehend erhalten. (Sovraintendencaroma.it. Bild: Infotafel mit Rekonstruktionszeichnung. Eigenes Foto während der Besichtigung.)

Die Curia des Pompeius

Hinter den Tempeln B und C sind noch heute Teile der mächtigen Fundamente aus großen Tuffsteinblöcken sichtbar. Sie gehören zur Curia des Pompeius, einem Versammlungssaal, in dem der römische Senat gelegentlich tagte.

Die Curia war Teil des monumentalen Theater- und Portikuskomplexes, den Gnaeus Pompeius Magnus im Jahr 55 v. Chr. errichten ließ. Zu diesem Ensemble gehörten das erste steinerne Theater Roms, die weitläufigen Säulenhallen (Porticus Pompei) mit Gartenanlagen sowie der Tempel der Venus Victrix. Die Gartenbereiche werden in der Forschung häufig als eine der frühesten groß angelegten öffentlichen Grünanlagen Roms interpretiert; sie waren mit Baumreihen, Brunnen und dekorativen Elementen ausgestattet. Die überdachten Portiken enthielten zahlreiche Statuen und Kunstwerke und verbanden die einzelnen Bereiche des Komplexes funktional miteinander.

Von diesem Prachtbau ist heute archäologisch vor allem das massive Tuffsteinpodium greifbar. Auf diesem rechteckigen Unterbau erhob sich der innen halbrund geschlossene Versammlungssaal (Exedra), der den östlichen Abschluss des pompeianischen Ensembles bildete. Virtuelle Rekonstruktionen zeigen diesen repräsentativen Raum mit einer monumentalen, säulengeschmückten Front, die sich zum angrenzenden Garten öffnete und über eine breite Freitreppe direkt vom Park aus zugänglich war. Bild: Wikimedia Commons

Pompeius ließ den Komplex außerhalb des Pomeriums errichten, was ihm erlaubte, trotz seines militärischen imperiums an Senatssitzungen teilzunehmen. Nach dem Brand der Curia Hostilia im Jahr 52 v. Chr. wurde der Saal zeitweise als Ausweichort für Senatssitzungen genutzt.


Berühmt wurde der Ort durch die Iden des März: Am 15. März 44 v. Chr. trat der Senat hier zusammen, während im angrenzenden Theater öffentliche Spiele (ludi) stattfanden. In dieser Sitzung wurde Julius Caesar von Verschwörern um Brutus und Cassius ermordet. Antiken Überlieferungen zufolge brach er nach den Dolchstößen genau zu Füßen einer kolossalen Statue seines ehemaligen Rivalen Pompeius zusammen. Nach dem Attentat ließ Caesars Erbe Augustus die Statue aus der als unheilvoll geltenden Halle entfernen, um sie auf einem marmornen Bogen gegenüber dem Haupteingang des angrenzenden Pompeiustheaters wieder aufzustellen. Die verlassene Halle selbst ließ er dauerhaft vermauern.

Vincenzo Camuccini (1771–1844): "La morte di Cesare" (1805). © Bild: Wikimedia Commons

Der Tempel D

Im Süden des Ausgrabungsgeländes, teilweise unter der heutigen Via Florida verborgen und daher nur schwer erkennbar, liegen die Überreste von Tempel D. Der zu Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. errichtete Sakralbau übertraf die benachbarten Tempel A und C in seiner ursprünglichen Ausdehnung vermutlich deutlich. Seine vermutlich sechssäulige Front war in die Gesamtachse der Area Sacra eingebunden, während der rückwärtige Bereich etwa zehn Meter über die Nachbarbauten hinausragte. Als Baumaterial kam unter anderem ein massives Fundament aus römischem Beton (opus caementicium) zum Einsatz.


Die ursprüngliche Weihung des Tempels ist in der Forschung umstritten. Neben einer Deutung als Heiligtum der Nymphen wird er häufig mit den Lares Permarini, den Schutzgottheiten der Seefahrt, in Verbindung gebracht. Gesicherte Aussagen zum ursprünglichen Erscheinungsbild sind jedoch nur eingeschränkt möglich, da der Bau gegen Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. umfassend umgestaltet wurde.



Heute sind vor allem das große, ursprünglich mit Travertinplatten verkleidete Betonpodium sowie die monumentale Zugangstreppe erhalten. Die gemauerte cella, die sich über die gesamte Breite des Podiums erstreckt und außen mit Stuckpilastern gegliedert ist, geht auf eine spätere Bauphase zurück und wird einer umfassenden Restaurierung unter Kaiser Domitian am Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. zugeschrieben.

Tempel D am Largo Argentina


BILDNACHWEIS:

  • Sämtliche Fotografien wurden von mir während des Besuchs der archäologischen Stätte aufgenommen. Die Bilder dienen der dokumentarischen Darstellung des Besuchs. Die abgebildeten Rekonstruktionszeichnungen oder Informationsgrafiken sind Teil der Ausstellung vor Ort und unterliegen den jeweiligen Urheberrechten.
  • Screen capture by Mark Miller of a work by Lasha Tskhondia: Curia Pompey. © Bild: Wikimedia Commons
  • Vincenzo Camuccini (1771–1844): "La morte di Cesare" (1805). © Bild: Wikimedia Commons

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Die Kaiserforen

Das Forum Romanum

Geschichte des Forums Romanum

Die Wiederentdeckung des Forums Romanum

Kaiserpaläste auf dem Palatin

Der Wandel des Palatins

BUCHEMPFEHLUNGEN

 

  • Filippo Coarelli: Rome and Environs: An Archaeological Guide. University of California Press (2007)
  • Amanda Claridge: Rome: An Oxford Archaeological Guide. Oxford University Press (2010)
  • Lawrence Richardson Jr.: A New Topographical Dictionary of Ancient Rome. Johns Hopkins University Press (1992)
  • Paul Roberts: Ancient Rome in Fifty Monuments. Thames & Hudson (2012)
  • Robert Hughes: Rome: A Cultural, Visual, and Personal History. Knopf (2011)
  • Patrick Schollmeyer: Römische Tempel. Kult und Architektur im Imperium Romanum. von Zabern, Mainz (2008)
  • John W. Stamper: The Architecture of Roman Temples. The Republic to the Middle Empire. Cambridge University Press (2005) 
  • Filippo Coarelli: Rom. Ein archäologischer Führer. Philipp von Zabern (2000)
  • Ferdinando Castagnoli: Topografia di Roma antica. Quasar (1984)
  • Platner, Samuel Ball / Ashby, Thomas: A Topographical Dictionary of Ancient Rome. Oxford University Press (1929)
  • Laura Aitken-Burt u.a.: Das alte Rom: Die visuelle Geschichte. ‎ Dorling Kindersley (2023)
  • Jessica Maier u. a.: Rom - Zentrum der Welt: Die Geschichte der Stadt in Karten, Plänen und Veduten. ‎ Theiss in Herder (2022)
  • Christoph Höcker: Reclams Städteführer Rom. Architektur und Kunst. Reclam (2020)
  • Christoff Neumeister: Das antike Rom: Ein literarischer Stadtführer. Beck (2010)
  • Henner von Hesberg: Römische Baukunst. Beck (2005)
  • Jonathan Boardman: Rome: A Cultural History.  Interlink Books (2007)
  • Jon Coulston & Hazel Dodge: Ancient Rome: The Archaeology of the Eternal City. Oxford University School of Archaeology (2000)
  • Marco Bussagli: Rome: Art and Architecture. Konemann (2010)
  • Filippo Coarelli: Rom: Der archäologische Führer. WBG (2019)
  • Ingemar König: Caput Mundi: Rom - Weltstadt der Antike. WBG (2009)
  • Peter Connolly und Hazel Dodge: The Ancient City: Life in Classical Athens & Rome. Oxford University Press (1998)
  • Anton Henze: Kunstführer Rom. Reclam (1994)
  • Heinz-Joachim Fischer: Rom. Zweieinhalb Jahrtausende Geschichte, Kunst und Kultur der Ewigen Stadt. DuMont (2001)
  • Karl-Joachim Hölkeskamp und Elke Stein-Hölkeskamp (Hrsg.): Erinnerungsorte der Antike. Die römische Welt. Beck (2006)